Schäferhunde im Wandel der Zeit
Der römische Schriftsteller Columella verlangte um 40 n. Chr. „vom Hirten- und Schäferhund, dass er weiß sei, damit der Hirte den Hund in der Dämmerung nicht mit dem Wolfe verwechsle, der in die Herde eingefallen ist“. Conrad Gesner (1516-1565, ein
Schweizer Gelehrter) forderte weiße Schäferhunde „dass sich das Schaf besser an den Hund gewöhne.“ Die weiße Fellfarbe war also sowohl schon in der Antike wie auch in der beginnenden Neuzeit die bevorzugte Farbe der Schäferhunde ...

 

In den Ahnen deutscher Schäferhundezucht findet sich immer wieder der Name eines Rüden ,,Hektor Linksrhein´´, genant ,, Horand von Grafrath´´ . Mit der ersten Eintragung führte er später das Zuchtbuch ( SZ 1 ) für ,,Deutsche Schäferhunde´´ an, so dass er als Stammvater seiner Rasse zu betrachten ist. Der Großvater dieses Stammvaters war der 1879 geborene Rüde Greif, und dieser Hund war weiß.Ein Nachkomme Horands (geb. 1913), wurde als erster deutscher weißer Schäferhund im Zuchtbuch des SV registriert.Rittmeister Max von Stephanitz, der als Vater der Reinzucht des deutschen Schäferhundes gilt, beschloss jedoch 1933, den weißen Schäferhund von der Zucht auszuschließen. Die Farbe weiß wurde auf einmal als Mutation angesehen und für alle Erbdefekte verantwortlich gemacht. Der Deutsch Schäferhund in der Farbe weiß verschwand daraufhin in Deutschland, wurde jedoch in Amerika und Canada weitergezüchtet. 1970 kam der weiße Schäferhund wieder nach Europa, zunächst in die Schweiz, zurück. In Deutschland dauerte es etwas länger. Hier wurde erst 1982 wieder mit der organisierten Zucht begonnen. 

Der FCI-Vorstand fasste an seiner Sitzung von Ende November 2002 folgenden Beschluss: Ab 1. Januar 2003 wird die Rasse «Weisser Schweizer Schäferhund» (Berger Blanc Suisse/White Swiss Shepherd) von der FCI als provisorische Rasse anerkannt. Daraus ergibt sich, dass die Rasse ab 1. Januar 2003 berechtigt ist, FCI-Titel (Welt- und Sektionssieger - Europa, Asien, Nord- und Süd Amerika und Karibik) zu erlangen. Dagegen ist die Rasse bis zu ihrer definitiven Anerkennung nicht berechtigt, das CACIB zu erhalten. Abstammungsurkunden, welche für Hunde dieser Rasse ausgestellt werden, dürfen ab 1. Januar 2003 das FCI-Logo tragen.

Ein sehr empfehlenswertes Buch über den Weißen Schäferhund : WEISSER SCHÄFERHUND-HEUTE,Kynos Verlag, erhältlich im Fachhandel IBSN 3-933228-36-0 

Die FCI-Generalversammlung hat am 4. Juli 2011 in Paris die endgültige Anerkennung des Berger Blanc Suisse (BBS) als neue Rasse beschlossen.